Kappensitzung 2010: Holzfeld Aktuell

In der Anmoderation wird es schon klar, in Holzfeld tut sich heute nicht viel. Dafür kommen die Nachrichten von den letzten Wochen und Tagen besonders gut an. Gekonnt bringen es die beiden Nachrichtensprecher auf den Punkt: so hat Holzfeld mal wieder gegen den bundesweiten parteipolitischen Trend den Ortsvorsteher aus der Partei gewählt, die ansonsten landauf und landab abgestraft worden ist. Leider hat der neue OV - ganz anders als die neue Bundesregierung - in seinen mehr als hundert Tagen noch kein Fettnäpfchen ausgetreten. Nach einer Schunkelrunde, die das Narrenzelt schon mal in die ersten leichten Bewegungen versetzt, beginnt das eigentliche Programm mit einem Gardetanz.

Wie in den Jahren zuvor brechen die Werlauer Gardemädchen das Eis mit einem schmissigen Tanz zum Titel „Lieder der Nacht“ von Marianne Rosenberg. Der erste Büttenredner ist oder war vormals ein Hundenarr. Aber das ist vorbei, denn er tauscht seinen Hund gegen eine Frau. Die detailliert geschilderten Vorzüge, die das hat, quittiert der Saal mit stehendem Applaus.

Es folgt eine weitere Tanzaufführung. Die Fünkchen aus Werlau, alle zwischen sechs und acht Jahren alt, erfreuen das Publikum mit einer raschen Schrittfolge. Im schnellen Wechsel kommt ein Neuling auf die Holzfelder Bühne und singt ein lustiges Lied auf ihre putzwütige Oma, die das Paar nicht einmal in der Hochzeitsnacht in Ruhe lässt. Weiter geht es mit einer Büttenrede eines Sachbearbeiters des Arbeitsamtes, genauer von der Agentur für Arbeit. Er vermittelt die schwierigsten Fälle, so einen Polier, der anstelle eines Turms einen Brunnen baute, nur weil er mal den Plan etwas verdreht gehalten hatte.

Daran anschließend gibt es eine weitere Büttenrede, diesmal von einer ausgebildeten Kranken, die über ihre Wehwehchen bei dem jetzigen Krankensystem lamentiert. Die Patienten müssen als Sparmaßnahme mittlerweile alles selbst machen und werden in der Kur ausgebildet, ihre Hämorrhoiden selbst abzuklemmen. Außerdem arbeiten die Narkoseärzte mittlerweile auf Naturbasis, nämlich mit den Schweißfüßen ihrer Patienten. Nun, kurz vor der Pause fiebert das Publikum schon. Es erwartet den langjährigen Star-Imitator aus Leideneck. Dieses Jahr ist zunächst Joe Cocker an der Reihe. Statt Winter im Dorf geht es los mit „Summer in the City“ und dann folgt „Unchain my heart“. Schließlich fordert das Publikum wie jedes Jahr den Dauerbrenner „Willenlos“ von Marius Müller-Westernhagen. In Hochstimmung beginnt die halbstündige Pause, in der der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Holzfeld für das leibliche Wohl sorgt.

Nach der Pause leiten die beiden Nachrichtensprecher nach einigen Sketchen über zu einer musikalischen Darbietung. Ein Abordnung des Musikvereins tritt als „Borbach-Kombo“ in der Art der Gugge-Musikanten auf. Lieder wie „Der schmucke Prinz“ und „Wenn dat Trömmelsche jeht“ bringen das Publikum zum Schunkeln und Klatschen. Es folgt eine Köchin, die die Redewendungen, die beim Kochen verwendet werden, wörtlich nimmt. Das kann schon lustig werden, wenn man „den Braten ziehen“ lässt. Daraufhin erklingt das Lied „Als ich ein Baby war“ und kündigt die Zwillingsbabies an. Die deftigen Witze, die sie bringen, zeigen, dass die Kleinsten ihre Umwelt genau im Blick haben.

Der demographische Wandel ist auch in Holzfeld ein Thema. Dies wird in der nächsten Büttenrede deutlich, in der eine 70-jährige auftritt, die immer noch was zum Herzeigen hat. Selbst ein Bandscheibenvorfall und ein verlorenes Gebiss halten die Dame nicht vom Besuch einer Disco ab. Daran anschließend steht die stimmungsvolle Darbietung des Fliegerliedes auf dem Programm. Der Saal quittiert den Auftritt mit viel Applaus.

Traditionsgemäß tritt zu fortgeschrittener Stunde das Holzfelder Männerballett auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Zunächst tanzen sie als Kinder verkleidet auf „Eins, zwei, drei im Sauseschritt“, um dann im zweiten Teil als Aerobic-Gruppe zu „Call on me“ von Eric Prydz sich und den Saal ins Schwitzen zu bringen. Es folgt eine gekonnte Gesangsdarbietung,  unter anderem mit „Fang’ mir den Mond“, was das Publikum zum Mitsingen animiert. Wenn der Ausscheller kommt, ist die Holzfelder Kappensitzung fast vorbei. Aber missen darf man den Auftritt nicht, denn nun geht es ans Eingemachte. Unter anderem erfährt das Publikum, dass zwei Segelboote im Neubaugebiet festliegen, weil sie erst einmal von überwucherndem Gestrüpp befreit werden müssen.

Unter dem Applaus des Publikums werden alle Aktiven auf die Bühne gebeten und unter den Liedern „Holzfelder Narren“ und „Bye, bye, my love“ nimmt die Sitzung ihr Ende. Doch das närrische Treiben geht fröhlich weiter bis in den frühen Morgen.

06.02.2010


1.jpg2.jpg3.jpg4.jpg5.jpg6.jpg7.jpg8.jpg9.jpg10.jpg11.jpg12.jpg13.jpg14.jpg15.jpg16.jpg17.jpg18.jpg19.jpg20.jpg21.jpg22.jpg23.jpg24.jpg25.jpg26.jpg27.jpg28.jpg29.jpg30.jpg31.jpg32.jpg33.jpg34.jpg35.jpg36.jpg37.jpg38.jpg39.jpg40.jpg41.jpg42.jpg43.jpg44.jpg45.jpg46.jpg47.jpg48.jpg49.jpg50.jpg51.jpg52.jpg53.jpg54.jpg55.jpg56.jpg57.jpg58.jpg59.jpg60.jpg61.jpg62.jpg63.jpg64.jpg65.jpg66.jpg67.jpg68.jpg69.jpg70.jpg71.jpg72.jpg73.jpg74.jpg75.jpg76.jpg77.jpg78.jpg79.jpg80.jpg81.jpg82.jpg83.jpg84.jpg85.jpg86.jpg87.jpg88.jpg89.jpg90.jpg91.jpg92.jpg93.jpg94.jpg95.jpg96.jpg97.jpg98.jpg99.jpg100.jpg101.jpg102.jpg103.jpg104.jpg105.jpg106.jpg107.jpg108.jpg109.jpg110.jpg111.jpg112.jpg113.jpg114.jpg115.jpg116.jpg117.jpg118.jpg119.jpg120.jpg121.jpg122.jpg123.jpg124.jpg125.jpg126.jpg

 
RSS-Feed Feuerwehr Holzfeld auf Facebook